Canada is turning its assisted suicide regime into an organ donation supply chain


Immer wenn ich eine Videokonferenz abhalte meinen die Arzthelferinnen, dass die Praxissoftware nicht mehr richtig arbeitet. Sie brauchen ewig um einen Patienten einzulesen, ein Rezept auszudrucken oder einen Termin zu vergeben. Manchmal scheint der Computer sogar abgestürzt und muss neu gestartet werden.
Was hat die Video Konferenz mit der Praxissoftware zu tun. Gar nichts. Der Server der die Daten für die Praxissoftware bereit stellt ist mit unserem lokalen Netzwerk verbunden. Die Videokonferenz läuft definitiv nicht über diesen Server, dafür haben wir ein separates Gateway. Aber beide nutzen natürlich die gleiche Internetleitung.
Was sagt dies also über die Funktionsweise der Praxissoftware aus? Offensichtlich werden während des normalen Praxisbetriebs immer riesige Datenmengen über das Internet verschickt, ohne das wir etwas davon mitbekommen. Die Softwarefirma meint immer wenn es zu langsam funktioniert wir bräuchte eine bessere Hardware, einen schnelleren Prozessor oder einen größeren Arbeitsspeicher, aber wir brauchen nur eine bessere Internetverbindung damit unsere Daten in immer größerem Vorlumen übermittelt werden können.

Seit Jahren wird die Unterfinanzierung des Gesundheitswesens mit euphemistischen Ausdrücken, wie hier auf der Titelseite des Ärzteblattes verschleiert.
Was sind die Fakten:
1. Seit Jahren verschlechtert sich die Versorgung im Gesundheitswesen aufgrund einer chronischen Unterfinanzierung. Diese hat inzwischen Ausmaße erreicht, dass selbst die Personalkosten nicht mehr bezahlt werden können. Deshalb gibt es einen massiven Personalmangel, in allen Bereichen, der nur noch mit ausländischen Fachkräften einigermaßen gelindert werden kann. Diese haben nämlich nicht die ortsüblichen Gehaltsansprüche. Dass damit die Qualität leidet, wenn man von einem Arzt behandelt werden muss, der nicht mal richtig Deutsch versteht, sollte wohl jedem klar sein.
2. Die Kostenspirale, auf die hier Bezug genommen wird, betrifft alle Bereiche des Lebens. Sie ist Folge der Inflation, der Geldentwertung. Die Geldentwertung entsteht aber nicht im Gesundheitswesen sondern in den Finanzinstituten. Dort wird nämlich ständig neues Geld geschöpft. Wenn die Menge des Geldes zunimmt, so sinkt automatisch der Wert und wir Verbraucher erkennen das dann daran, dass wir immer mehr Geld benötigen, um Waren und Dienstleistungen dafür einzutauschen.
Einem Betrieb in der freien Marktwirtschaft, wie einem Bäcker, kann man schlecht vorschreiben, die Brötchen unter dem Wert der Herstellungskosten zu verkaufen. Im staatlich voll regulierten Gesundheitswesen ist das schon eher möglich. (Übrigens war es auch in der DDR möglich den Preis der Brötchen niedrig zu halten, aber auch nur wegen der staatlichen Regulation. Und wohin das geführt hat wissen wir.)
Fazit: Unter dem Schlagwort „Kostenspirale im Gesundheitswesen stoppen“ verbirgt sich nichts anderes als eine Einsparung und damit eine Verschlechterung der gesundheitlichen Versorgung.

Dieser Artikel im Stern, leider hinter einer Bezahlschranke, erklärt dass die Altersversorgung der Ärzte und Zahnärzte gefährdet ist, weil die Versorgungswerke fehlinvestiert haben. Und natürlich sind die Ärzte schuld. In der Überschrift heißt es gleich zur Einstimmung, dass die Ärzte ihre Altersversorgung versenkt hätten. Die Ärzte waren das sicher nicht. Das waren die Banker, die das Geld der Ärzteversorgung anlegen sollten, oder die Finanzberater, die falsch beraten hatten. Aber schön, dass man die Schuld dafür den Ärzten selber in die Schuhe schieben kann. Die Ärzte, nur um das mal klar zu stellen, müssen in diese Altersversorgung einzahlen und sie haben gewöhnlich null Mitspracherecht, was mit diesem eingezahlten Geld passiert. Man könnte die Überschrift deshalb auch umformulieren „Ärzte mit staatlicher Gewalt abgezockt“
Interessant ist dabei noch folgender Fakt, dass die Regierung schon vor einiger Zeit still und heimlich die staatliche Sicherung für solche Altersversogung stufenweise abgeschafft hat. Bis 2030 hat sie sich ganz erledigt. Das heißt man wird in die Altersversorgung der Ärzte gezwungen oder überredet mit der Versicherung, dass dies eine sichere Geldanlage wäre, weil der Staat bzw. die Gesellschaft ja für den Erfolg garantiert, genauso wie bei einer Rente. Wenn dies nun abgeschafft wird, so droht eine Altersarmut bei den Ärzte schlimmer noch, als bei der staatlichen Rente. Der Artikel vom Stern soll uns wohl schon langsam darauf einstimmen, mit einem suggerierten „Selber schuld“ oder „Habt nur nicht zu viel Mitleid.“
Passend dazu findet sich gleich darunter ein Link zu einem solchen Artikel:

Na wenn das kein Grund zur Schadenfreude ist, wenn die Ärzte nun auch mal ein bisschen Armut zu spüren bekommen ….

Um mal zu illustrieren, wie effektiv die Praxissoftware und der Service dafür funktionieren, gebe ich hier mal eine Email Konversation in etwas gekürzter Fassung wieder.
Anfrage an den Service:
Seit heute haben wir Probleme die Karten der Patienten einzulesen. Könnte es daran liegen, dass wir seit heute ein neues Quartal haben und ich irgendwie verpasst habe, dass Update für dieses Quartal zu installieren. Wenn das zutrifft, wo kann ich die Update-Software herbekommen?
Eine Stunde später erhalte ich folgende Antwort vom Service:
Das Problem liegt daran, dass das neue Update noch nicht installiert wurde.
Meine Antwort:
Bitte beantworten sich auch den zweiten Teil meiner Frage. Wo bekomme ich das Update her?
Nach einer weiteren Stude Wartezeit.
Das Update ist bereits automatisch heruntergeladen.
Meine Frage daraufhin.
Und wie kann ich es bitte nun installieren?
Und wieder vergeht eine Stunde bis ich folgende Antwort vom Service erhalte, die ich in diesem Falle unverändert wiedergebe.
ich würde dazu raten es [das Update] zu installieren.
Ohne Quatsch, das war die die Antwort, die mich nahezu sprachlos zurück ließ, aber ich schaffte es gerade noch folgenden Satz zu schreiben.
Wie?
Es sei an dieser Stelle bemerkt, dass schon fast der ganze Arbeitstag vergangen war, bevor ich diese Antwort erhielt.
Sie starten einfach das Update Programm und folgen den Anweisungen.
Meine letzte Frage an diesem Arbeitstag wurde dann gar nicht mehr beantwortet.
Und wo finde ich das Updateprogramm?
Ich hatte es dann inzwischen selbst gefunden und alles erfolgreich installiert.
Am nächsten Tag schrieb mir dann der Service sinngemäß.
Wenn sie das Praxisverwaltungsprogramm starten und eine neue Software zur Verfügung steht, erhalten sie eine Mitteilung auf dem Bildschirm. Dort klicken sie einfach drauf und das Update wird installiert.
Offensichtlich hatte diese Funktion nicht funktioniert, sonst wäre ich ja schon eher davor gewarnt gewesen, dass das Update gleich abläuft. Ich habe die Diskussion an dieser Stelle abgebrochen, da ich ja inzwischen das Update installiert hatte.
Für diejenigen, die es nicht wissen sollten. An dem ganzen Tag konnten wir keine Patientenkarten einlesen. Das bedeutet all die Patienten, die wir an diesem Tage behandelt hatten, können wir nicht abrechnen, wenn sie sich nicht noch mal dazu durchringen sollten, mit ihrer Karte in unserer Praxis vorbei zu kommen.
Fazit nichts verdient aber Kosten durch Kommunikation mit dem Service generiert und natürlich ganz viel wertvolle Zeit verplempert.
Die von mir favorisierte Abschlussantwort wäre.
Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, sich von einem KI-Assistenten ersetzen zu lassen?

Die Praxis-EDV ist genauso kaputt wie das System, welches uns die Benutzung solchen Schrotts aufzwingt.
Es vergeht kein Tag, an dem nicht irgend ein Computer in der Praxis „hängt“ und mehrfach hochgefahren werden muss, bis er endlich funktioniert. Die Softwarefirma meinte man müsse sich neuere Computer anschaffen. Das haben wir getan. Es hat sich nichts verbessert im Gegenteil nach jedem Quartalsupdate kommen neue Probleme hinzu. Ich verschwende ca. eine Stunde meiner täglichen Arbeitszeit damit, die Softwarestörungen zu beheben. Meist kann ich auch nichts anderes tun als die Software wieder und wieder neu zu starten, den Connector zu dekonektieren oder den Server neu zu starten.
Einen Wettbewerb zwischen den Softwareanbietern gibt es nicht, alle bieten letztlich den gleichen Schrott an. In einer wirklich freien Gesellschaft würde man auf all diesen Schrott verzichten und sich auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren, aber wir werden ja gezwungen diese Software zu benutzen, damit auch schön die Daten der Patienten zentral abgeschnüffel werden können. In diesem Sinne kann man vielleicht sogar ganz froh sein, dass alles so schlecht funktioniert
🙂

Unter dem Titel Es braucht noch mehr Verantwortlichkeit schreibt das Deutsche Ärzteblatt einen Artikel, der so beginnt:
Seit Jahren stagnieren die Organspendezahlen in Deutschland. Bei den Bemühungen um Verbesserungen …
Der Artikel suggeriert schon im ersten Satz, dass stagnierende Organspendezahlen etwas schlechtes wären. Nun gut für die Betroffenen, die jahrelang auf ein Transplantationsorgan mag das so scheinen, aber ist es für die ganze Gesellschaft, vor allem für die Gesundheit der Gesellschaft eine so schlechte Nachricht?
Es könnte sogar eine positive Nachricht sein. Vielleicht stagniert die Organspende ja aufgrund besserer medizinischer Versorgung, die zu weniger Hirntod und damit zu weniger potentiellen Spendern führt. Vielleicht sind auch die schweren Unfälle zurückgegangen. Insbesondere die Radfahrer führten ja jahrelang die Spenderlisten an. Nun mit Fahradhelm, verbesserten Radwegen und verkehrsberuhigten Städten landen sie seltener auf der Intensivstation.
Es könnte auch deshalb eine positive Nachricht sein, weil sie besagt, dass wir noch keinen Krieg haben und schwerverletzte junge Männer—die sich hervorragend als Organspender eigenen würden—anfallen. Da stellt sich mir doch ernsthaft die Frage: Würde die Autorin dieses Artikels jubeln, wenn auf diese Art und Weise die Stagnation endlich überwunden würde?

Das Ärzteblatt schreibt in einem neuen Artikel mit dem Titel Innovatives Versorgungsmodell: Avatarpraxis in Niedersachsen eröffnet:
Den Einwohnern der kleinen niedersächsischen Gemeinde Zeven steht ab sofort eine hochmoderne Arztpraxis zur Verfügung, bei der von der Patientenaufnahme bis zur Abrechnung digitale Technologien zum Einsatz kommen. Dies umfasst eine Onlineterminvergabe, Self-Check-in, digitale Anamnese und Patientenakten sowie einen Telefonassistent. Diagnosegeräte übermitteln die Ergebnisse in Echtzeit über das Praxisverwaltungsprogramm an die Ärztinnen und Ärzte, die per Videosprechstunde die Diagnostik durchführen.
Zur Beantwortung der Frage, ob das eine Verbesserung der Versogung darstellt oder nicht, braucht man sich nur eine einzige ganz simple Frage stellen. Würde eine Milliardär jemals solch eine Praxis besuchen? Oder, würden Sie selber es tun, wenn Sie genugend Geld hätten?
Offensichtlich sind in diesem System alle schon derart verdreht im Kopf, dass keiner mehr auf den Einfall kommt sich die einfachsten und naheliegendsten Fragen zu stellen geschweige denn zu beantworten.