Razzia bei der AOK

18.11.2017

Eigentlich sollte es mich mit Schadenfreude erfüllen. So oft waren die Krankenkassen der treibende Keil für eine völlig unbegründete Arzthetze. Nun sind sie selbst einmal dran.

Nein, es geht nicht um Rache es geht um sachliche Diskussion.

Hier wird von den Medien eine genauso unsachliche Diskussion geführt wie im Falle der Arzthetze und das vor allem gilt es zu verurteilen. Da wird wie auch bei der Arzthetze ganz frech behauptet, der Betrug gehe zu Lasten der Beitragszahler. Das ist völlig falsch. Durch die Aufklärung eines solchen angeblichen Betrugs werden die Beitragszahler in keinem einzigen Cent von Ihren Beiträgen entlastet und das die Versorgung der Patienten drunter leiden würde, ließe sich auch nicht nachweisen. In diesem Falle, wie auch bei den sogenannten Betrugsversuchen der Ärzte und Krankenhäuser geht es lediglich um die Verteilung der Gelder zwischen den einzelnen Leistungserbringern. Das heißt sollte es tatsächlich ein Betrug sein und sollte er aufgeklärt werden, so ist allerhöchsten zu erwarten, dass einige der Leistungserbringer vielleicht etwas weniger und andere etwas mehr bekommen. Diese Unterschiede werden aber nach allgemeiner Erfahrung so gering sein, dass sie niemandem wirklich auffallen. In der Regel gehen sie unter in dem „allgemeinen Rauschen“. Die Vergütung im Gesundheitswesen ändert sich ohnehin laufend, durch die Schwankungen in den Einnahmen und die Kapriolen der Gesetzesänderungen der Politik.

Warum also all dieses Geschrei? Natürlich um abzulenken. Abzulenken von der Unmasse an Geldvergeudung durch Bankenrettungen und Kriege. Nicht nur dass durch diese Maßnahmen tatsächlich Geld, viel Geld verloren geht, welches für Sozialleistungen als auch das Gesundheitswesen eingesetzt werden könnte, nicht dass dadurch tatsächlich Patienten leiden denen besser geholfen werden könnte, schlimmer noch. Durch die Kriege kommen viele Menschen zu Schaden, die sich eigentlich auch ein glückliches Leben verdient hätten.

Der wahre Betrug in diesem Falle geschieht also in den Medien.

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Solidarisches Gesundheitswesen – die Definition

10.10.2017

Dieser ansonsten sehr fundiert geschriebene Artikel in Rubikon beginnt mit einer Definition eines solidarischen Gesundheitswesens, die man so nicht stehen lassen kann.

eine Gesundheitsversorgung [ist] dann als „gerecht“ anzusehen, wenn sie allen Bürgern gleichen Zugang gewährleistet und für Diagnostik und Behandlung allein Art und Schwere der Krankheit entscheidend sind. Als „solidarisch“ kann sie nur dann qualifiziert werden, wenn jeder Bürger entsprechend seiner finanziellen Leistungsfähigkeit in die Krankenversicherung einzahlt und entsprechend seinem individuellen Bedarf medizinische Leistungen erhält.

Der Autor räumt selbst ein, dass heute diese Meinung nur noch selten geteilt wird. Warum?

Ganz einfach, diese Definition geht von inzwischen nicht mehr haltbaren Voraussetzungen aus.

  1. Alle beteiligen sich gleich eifrig an der Errichtung des gemeinsamen Wohlstandes, so dass die Leistungsfähigkeit des Einzelnen nur von seine individuell bestimmten Fähigkeiten abhängt. Diese Fähigkeiten können unter anderem durch Krankheit beeinträchtigt sein, doch zumindest auch dann ist der Wille vorhanden schnell wieder gesund zu werden und an der Schaffung des gemeinsamen Wohlstandes teilzunehmen.
  2. Alle Ressource sind für jeden in unbegrenztem Maße verfügbar.

Diese Voraussetzungen mögen in Deutschland (Ost wie West) vor etwa 50 Jahren so existiert haben, oder zumindest waren die Abweichungen vernachlässigbar, aber heute ist das anders.

Es ist heute nichts ungewöhnliches, dass sich ein großer Teil an Schmarotzer in dem solidarischen System breit gemacht hat. AUch sind die Möglichkeiten des Gesundheitswesens so immens gewachsen, dass gar nicht für jeden alles bereitgestellt werden kann.

Wenn wir also über diese so entstandenen Ungerechtigkeiten nachdenken so sollten wir nicht von einer Entsolidarisierung sondern eher von einer Entlausung oder besser Entparasitierung sprechen. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit der Desinfektion oder besser Isolation, indem sich diejenigen, die weiterhin einen entsprechenden Leistungswillen tragen sich zu Solidargemeinschaften zusammenschließen und dabei diejenigen draußen lassen, die nicht mitziehen wollen.

Das bedarf natürlich auch die Isolation von solchen Elementen, wie Versicherungen etc., die an der Verwaltung der Solidargemeinschaft schmarotzen. Schmarotzer können halt nicht nur diejenigen sein die Leistungen erhalten, sonder auch solche Elemente die Ressourcen weiterleiten und dabei für sich selbst eine Menge abzapfen.

Über den Sinn der Krankenkassen

28.09.2017

Krankenkassen eignen sich nicht die Versorgung der Patienten zu verbessern aber sie sind eine hervorragendes Mittel um diese zu monopolisieren.

Krankenkassen investieren weder in die medizinische Forschung noch in Strukturverbesserungen im Gesundheitswesen. Das einzige wo sie kreativ werden und Investitionen wagen ist in Bereichen wo sie ihren Monopolstatus verbessern können, also Lobbyarbeit und Werbung.

Entlassungsrezepte durch den Krankenhausarzt – Wo ist das Problem?

27.09.2017

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Im Versorgungsstärkungsgesetz (Was für ein blumiger Name! Ich frage mich ob ich der Einzige bin, dem auffällt das die eupemistischen Namen der Gesetze immer mehr der Nazipropaganda ähneln. Aber das nur am Rande.) wurde festgelegt, dass Klinikärzte auch Rezepte ausstellen dürfen. Danach gab es große Diskussionen.

Die sogenannte Selbstverwaltungsebene (Auch so ein schöner Euphemismus der eine Interessenvertretung suggerieren soll.) sträubte sich dagegen. Angeblich würde den ambulanten Ärzten damit Arbeit weggenommen. Deshalb bestanden sie auch auf der Regelung, dass diese Rezepte nur die Kleinstmengen enthalten dürfen und innerhalb von 3 Wochen nach dem stationären Aufenthalt eingelöst werden müssen.

Was soll dieses ganze Theater? Sind die ambulanten Ärzte wirklich so darauf erpicht Rezepte auszustellen. Ich denke eher nicht, denn sie werden ja im Unterschied zu Krankenhausärzte für ihre Rezepte bestraft. Man könnte meinen, sie sollten eher froh sein, wenn die Krankenhausärzte ein wenig das Budget entlasten. Sind sie wahrscheinlich auch. Zumindest größtenteils. Was hier veranstaltet wird ist nur ein Schmierenkomödie für die Verblödung der Öffentlichkeit.

Es soll ein Konflikt zwischen Krankenhaus und ambulanten Ärzten heraufbeschworen werden, der so eigentlich gar nicht existiert und auch nicht existieren sollte. Im Interesse der umfassenden und reibungslosen Versorgung der Patienten sollte eine vernünftige Politik eher die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich eine enge Zusammenarbeit zwischen Klinik und Ambulanz entwickelt. Stattdessen werden die Lakaien der Politik in die Arena geschickt einen Konflikt vorzuspielen und anzuheizen, der alle kräftig entzweit. Frei nach dem universellen Prinzip der Machtausübung: Teile und Herrsche?

Das eigentliche Problem ist die politisch gewollte Umverteilung von Ressourcen aus dem Gesundheitswesen in solche Bereiche, wo höhere Profite gemacht werden können. Um davon abzulenken wird dieser Prozess von den professionellen Interessenvertretern der Ärzte als ein Konflikt bei der Ressourcenverteilung zwischen stationärem und ambulantem Bereich vorgestellt. Dazu bilden solche Scheingefechten wie um die Entlassungsrezepte einen willkommenen Anlass.

Nicht-effektive Blutdrucksenkung sichert die Profite der Pharmaindustrie

24.09.2017

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Nach einem Bericht im Deutschen Ärzteblatt, in welchem die Ergebnisse der Hypertoniestudie Symplicity HTN-3 ausgewertet wurden, gibt es die renale Denervation als Behandlungsmethode für schwere Hypertonie in Deutschland nicht mehr. Der Autor und auch andere Kommentatoren zu dieser Studie stellen fest, dass diese Studie sehr schlecht geführt wurde und die dort eingeschlossenen Patienten sich in vielerlei Hinsicht von dem in Deutschland damit behandelten Patientengut unterscheiden, dass also eine Übertragung dieser Studie auf deutsche Verhältnisse ziemlich problematisch ist. Dennoch wurde die Therapie gestoppt.

Meine persönlichen Erfahrungen mit diesem Verfahren waren durchaus positiv. Es kam zu einer bedeutenden Blutdrucksenkung und Medikamente konnten abgesetzt werden. Schnell hat sich aus diesem Grunde die Methode verbreitet. Während sie anfangs nur in wenigen hochspezialisierten Zentren angeboten wurde, konnte es in wenigen Jahren fast jedes Katheterlabor durchführen. Auch die Zahl der damit behandelten Patienten stieg sprunghaft. Es war natürlich klar, dass sich jeder lieber mit einem einmaligen Eingriff behandeln lassen wollte, statt ständig bis ans Lebensende blutdrucksenkende Tabletten einzunehmen.

Eine Revolution bahnte sich an in der Hypertoniebehandlung. Dagegen musste etwas unternommen werden.

Eine Studie musste her und diese wurde mit Symplicity HTN-3 durchgeführt. Die Studie war von Anbeginn schlecht geplant, so wurden vielfach unerfahrene Zentren zur Teilnahme rekrutiert. Die Einschlusskriterien der behandelten Patienten waren auch nicht stimmig. In summa sumarum war die Studie ein Reinfall und führte dazu das Schlagartig alle Verträge für die Durchführung dieser Methode von den Krankenkassen gekündigt wurden.

Für die Pharmakonzerne war das ein großer Erfolg. Für sie ist damit die Welt wieder in Ordnung. Man stelle sich vor wie man in diesen Zentralen gebibbert hatte, als man zusehen musste, wie ein ganz wichtiger Markt auf einmal zusammenbrechen würde.

Viele Fachverbände regten aufgrund der schlechten Studienlage an, dass die Firma, welche die Katheter für die Denervation lieferte, eine neue Studien anstreben sollte, aber ich glaube nicht daran. Warum sollte sie? Diese Firma wird sehr genau um die Potentiale ihrer Therapie wissen. Wenn sie tatsächlich keinen Sinn macht, so haben sie in den Jahre zuvor den bestmöglichen Profit abgeschöpft. Wenn sie jedoch andererseits jene Wunderwaffe ist, mit der man den gesamten Markt der Hypertonietherapie aufrollen könnte, dann besitzt die Firma nun eine hervorragende Verhandlungsposition mit der Pharmalobby. In beiden Fällen wird es aber keine neue Studie geben und die Patienten stehen allein gelassen im Regen.

Dass eine effektive Hypertonie-Therapie abgeschafft wurde, ist nicht das erste Mal in der Geschichte. Beim Aliskiren war es vor einigen Jahren ähnlich. In der ALTITUDE-Studie wurde eine besonders effektive Blutdrucksenkung dieses Medikamentes nachgewiesen. In manchen Fällen sogar hin bis zu einer bedrohlichen Hypotonie. Ja mein Gott da hätte man einfach die Dosis reduzieren müssen. In der Praxis sieht man so etwas jeden Tag. Die Patienten waren in dieser Studie einfach überdosiert.

Zu der effektiven Blutdrucksenkung zeigte dieses Präparat offensichtlich auch hervorragende Effekte auf Sekundärerkrankungen. Es war also gleich in mehrfacher Hinsicht eine Gefahr für die Medizinindustrie. Es musste weg. Anlass bot dafür nun gerade eine Studie, die die besondere Effektivität der Präparates zeigen konnte. Wie lächerlich. Und so erschien ein Rote-Hand-Brief der ausdrücklich von der Verwendung dieses Präparates abriet. Seither empfehle ich es nur noch guten Freunden quasi unter der Hand.

Was man an diesen Beispielen erkennen kann ist, dass das Gesundheitsunwesen weder an einer guten medizinischen Versorgung der Patienten noch an einer Kosteneinsparung interessiert ist.

Update: Die Methode ist offensichtlich doch noch nicht ganz vom Tisch.

Werbung für die Bundeswehr

20.09.2017

Dass der Staat nun nach Wegfall der Wehrpflicht Berufssoldaten werben muss, ist sicher schon an einigen Orten aufgefallen. Besonders abartig finde ich jedoch diese Plakat:

Nicht nur dass es einen völlig falschen Eindruck vom Gesundheitswesen einer Armee vermittelt, sondern es parodiert auch staatliche Gesundheitspolitik selbst.

„Hier hast Du Zeit für Patienten…“ Mag stimmen in Friedenszeiten. Wir wissen aber aus vielen Berichten, dass in Kriegen ein eklatanter Zeitmangel herrscht, dass viele Patienten regelrecht auch dem Schlachtfeld jämmerlich zugrunde gehen müssen, weil keiner für sie Zeit hat. Wir wissen auch um die hohe physische und psychische Belastung der Pfleger, die diese armseligen Opfern helfen wollen, es aber einfach nicht mehr schaffen. So ging man schon immer bei der Rekrutierung von Soldaten auf Dummenfang, die Versprechen mit denen man lockte, konnte und wollte man natürlich im Krieg nicht aufrechterhalten. Soldaten werden benötigt, um sie im Krieg zu verheizen und nicht um sie mit viel Mühe und Zeit aufzupäppeln. Aber das nur am Rande.

Was mich an diesem Plakat vor allem aufregt ist die Tatsache, dass das Gesundheitswesen der Armee dem Gesundheitswesen der Zivilbevölkerung gegenübergestellt und dabei festgestellt wird, dass das Gesundheitswesen bei der Armee um vieles besser wäre. Nun ist es der selbe Staat, der sich für das eine, wie das andere Gesundheitswesen verantwortlich sieht, und er schämt sich nicht öffentlich zuzugeben, dass eine bessere gesundheitliche Versorgung für seine Armeeangehörigen als für seine Zivilbevölkerung vorhält.

>>Dass die Zivilbevölkerung im Unterschied zur Armee so schlecht versorgt ist, liegt natürlich nicht daran, dass man für Zivilisten viel weniger Geld ausgeben möchte, sondern dafür wird die Schuld den Ärzten in die Schuhe geschoben.<< — Ironie Ende

Herzschrittmacher-Rückruf

05.09.2017

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Herzschrittmacher der Firma Abbot benötigen ein dringendes Softwareupdate wegen Sicherheitsrisiken.

Siehe da. Vor einiger Zeit halft noch vertuschen.

BigPharma als organisiertes Verbrechen

05.06.2017

In diesem Buch nimmt Dr. Peter Gøtzsche BigPharma auseinander.

Big Pharma

31.05.2017

 

Interessante Fakten zu Big Pharma.

https://www.rubikon.news/artikel/das-ende-von-big-pharma

Volker Pispers geht FakeNews auf den Leim—Seine Kosten-Nutzenrechnung zu Kassenärzten

24.04.2017

In 2004 greift Volker Pispers die Kampfaussage der Politik gegen die Kassenärzte auf:

Jeder neu zugelassene Kassenarzt kostet die Krankenkassen 1Million D-Mark zusätzlich.

Wie kam diese Zahl zustande. Das erklärt Herr Pisper auch. In dem Zeitraum X gab es Y neu zugelassene Kassenärzte und die Ausgaben der Krankenkassen sind um den Betrag Z gestiegen. Also rechnet man einfach Z/Y = der Betrag, den ein neu zugelassener Kassenarzt mehr kostet.

Da hätte man genauso die Zahl der im Zeitraum X neu zugelassenen Autos nehmen können und mit der selben Formel ausrechnen können, wie die Zahl der neuen Autos die Krankenkassenausgaben in die Höhe getrieben haben, oder wie wär’s mit den Diäten der Politiker, auch die sind gestiegen, oder die Zahl der Rentner—oh nein, da wäre man ja doch der Wahrheit recht nahe gekommen.

Die wirklichen Ursachen für die gestiegenen Ausgaben der Krankenkassen sind Morbiditätsentwicklung, Innovation und Inflation. Darauf haben damals schon die Ärzte hingewiesen. Keiner hat diese kompetenten Stimmen gehört. Auch Herr Pisper nicht. Auch er hat sich die Ohren durch den medialen Lärm vertäuben lassen.

Die Morbditätsentwicklung geht parallel mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung und den immer besseren Möglichkeiten auch schwerkranke Menschen am Leben zu erhalten. Alte Menschen sind nun mal öfter und schwerer krank. Aber auch jüngere Leute, wenn sie einen schweren Unfall oder eine Tumortherapie überlebt haben oder wenn sie mit künstlichen Organen am Leben erhalten werden, sind natürlich viel krankheitsanfälliger.

Die Innovation ist ein weiterer gewaltiger kostentreibender Faktor. Ist es nicht ein zu begrüßender Fortschritt, dass so viele Behandlungen inzwischen möglich geworden sind? Keiner möchte doch wohl ernsthaft verlangen, dass man die Patienten weiter so behandelt, wie vor dem Zeitraum X, nur um die Kosten klein zu halten.

Der Kostenanstieg durch Inflation wird von Politikern regelmäßig ausgeblendet, denn dass ist ja jener Kostenfaktor, für den die Politik durch das Drucken neuer Geldscheine selbst verantwortlich ist. Das Gute daran ist durch die Inflation steigen natürlich auch die Gehälter, die Krankenkassenbeiträge und die Einnahmen der Krankenkassen. (Es ist jedoch an Impertinenz kaum zu überbieten, wenn die selbst verursachte Kostensteigerung den Opfern angelastet wird.)

Diese wirklichen kostentreibenden Faktoren konnten die Medien damals geschickt der Bevölkerung verschleiern indem man eine andere Erklärung anbot. Laut Volker Pisper geht diese auf Horst Seehofer zurück. Ärzte schaffen sich ihre eigenen Patienten.

Dieser Vorwurf, der so von Herrn Pisper 1:1 übernommen wurde entsetzt in 2-facher Hinsicht.
Zum ersten sieht sich Herr Pisper nicht in der Lage diese Äußerung einer Politikers kritisch zu analysieren, wofür er sich ja sonst geradezu auszeichnet. Zum zweiten beinhaltet diese Äußerung eine Verleumdung, die nach meiner Ansicht strafrechtlich relevant wäre. Patienten zu schädigen ist nicht nur eine Verletzung der Hippokratischen Eides sondern auch ein Verstoß gegen bestehende Gesetze. Wenn ein solcher Vorwurf erhoben wird sollte man es trefflich begründen können, oder besser unterlassen.

Also frage ich mich warum haben Herr Seehofer und Herr Pisper, wenn sie so überzeugt von der Richtigkeit dieser Aussage waren, keine Strafanzeige gestellt. Die Antwort lautet, sie waren gar nicht überzeugt. Sie waren vielmehr überzeugt, dass solche eine Strafanzeige ins Leere laufen würde. Nicht nur, dass sich Argumentation wie oben skizziert als haltlos erwiesen hätte, auch die Patienten hätten, eine solche Unterstellung vehement zurückgewiesen.

Nun 13 Jahre später können wir auf die mit dieser Propaganda eingeleitete Periode zurückblicken, und finden auch den empirischen Beweis, dass diese Aussage falsch war, und es zeigt sich zum wiederholten Male, dass sich Lügen, oder FakeNews, wie es jetzt heißt, selbst entlarven.

Wir haben in dieser Periode gelernt:
1. Die Zahl der Kassenärzte wurde durch politischen Druck nahezu konstant gehalten.
2. Die Ausgaben sind trotzdem weiter gestiegen.
3. Die Versorgung der Bevölkerung weist inzwischen mancherorts erhebliche Lücken auf. Patienten finden keinen Hausarzt oder Facharzt mehr in ihrer Nähe.

Das heißt aufgrund der og. weiter wirksamen kostentreibenden Faktoren hat sich bei nahezu konstanter Zahl der Kassenärzte trotz steigender Kosten die Versorgung verschlechtert.

Und noch etwas haben wir inzwischen gelernt. Wir wissen inzwischen, dass das Geld, was im Gesundheitswesen so knapp zu sein scheint, auf der anderen Seite großzügig für Finanz- und Militär- Industrie ausgegeben werden kann.

Nun hätte ich gern Herrn Seehofer und Herrn Pisper wegen Verbreitung von FakeNews zur Verantwortung gezogen. Warum geht das nicht?