Archive for the ‘Kriminalität’ Category

Die Alternativlosigkkeit der Gesundheitspolitik

18.08.2013

Einen sehr schönen Artikel über die Sinnlosigkeit von Petitionen in der Politik fand  ich hier (http://blog.durchblick-gesundheit.de/2013/08/05/ist-das-sachleistungsprinzip-am-ende-2/).  Ich finde das Engagement der Autorin Dr. med. Pamela Havekost bewundernswert. Dennoch halte ich es eher mit Larken  Rose der ein solches Engagement nicht nur  für sinnlos sondern eher sogar für  schädlich hält, weil es den gefährlichsten Aberglauben  überhaupt aufrecht erhält.

Man kann nicht gegen den Aberglauben an Hexen und  Gespenster vorgehen, indem man neue Möglichkeiten vorschlägt solche Kreaturen zu bekämpfen.

Die in dem erwähnten Blog geschilderten Tatsachen, dass Petitionen völlig ungehört verhallen und rücksichtslos Gesetze verabschiedet werden, die gegen die Verfassung verstoßen sind eigentlich Beweise genug für Larken Roses These,  dass der Glaube an eine fürsorglichen und wohlwollenden Staat nichts anderes als ein sorgfältig gezüchteter Aberglaube sind. Wer weitere Beispiele sucht wird sie leicht finden, sobald er oder sie die Augen dafür geöffnet hat.

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Der Hacker der Herzschrittmacher ist tot

29.07.2013

Otto Prokop war ein hervorragender Wissenschaftler. Als Chef der Gerichtsmedizin verstand er es nicht nur viele seiner Assistenten für die Wissenschaft zu begeistern, er war auch ein brillanter Redner. Seiner Vorlesungen waren immer sehr gut besucht. Sie waren mitunter so gut besucht, dass die Assistenten durch dir Reihen fragten, ob denn überhaupt noch Medizinstudenten Platz gefunden hätten. Es ist ja auch ein spannendes Thema, die Gerichtsmedizin, und Prokopp konnte so spannend verkaufen, dass man sich von Seiten der Charité entschloss eine populärwissenschaftliche Sonntagsvorlesung für ein breites Berliner Publikum zu organisieren. Eines seiner Themen war „Der perfekte Mord“, und wie es so sein sollte, kam natürlich bei der Vorlesung heraus, dass es einen perfekten Mord nicht gibt, weil die Gerichtsmediziner immer etwas finden, was den Mord beweisen könnte.

Nun das ist natürlich nicht so. Im Seminar erzählten uns dann schon mal einige Assistenten, davon wie man Morde so geschickt durchführen könnte, dass Sie am Ende nicht nachweisbar wären. Eine Methode war, so erinnere ich mich, einen Herzschrittmacher zu manipulieren. Das gelang mit wenigen überall erhältlichen Bauelementen und der Energie einer gewöhnlichen Taschenlampe. Dies war ein streng gehütetes Geheimnis der DDR-Medizintechnik und ich war überzeugt, dass dies nur eine Problem der schlichten Bauweise der DDR-Schrittmacher war, und dass so etwas heute einfach nicht mehr möglich wäre. Dann las ich aber diesen Artikel.

Ein jungen Mann von 35 Jahren war plötzlich verstorben. Nein, nicht etwa, weil er auch einen Schrittmacher trug, sondern weil er die Welt darüber aufklären wollte, wie sich auch heute noch Schrittmacher manipulieren lassen. Eigentlich ist das völlig klar. Was da heute als Schrittmacher eingepflanzt wird, sind hochkomplizierte Computer mit einem direkten Draht zum Herzen. Diese kleinen Schrittmacher-Computer benötigen so etwas wie Bluetooth oder WLAN, damit man mit ihnen Daten austauschen und die Steuerung umprogrammieren kann. Es erscheint doch eigentlich nur allzu logisch, dass man sich auch in dieses System einhacken kann. Barnaby Jack hatte das herausgefunden und wollte es auf der jährlichen Black Hat Conference in Vegas, der größten Hacker-Konferenz Nordamerikas präsentieren.

Und nun ist er tot. Plötzlich und unerwartet. Das riecht doch nach Verschwörung. Zwar beteuert der oben zitierte Artikel, dass es keine Hinweise für ein Verbrechen gäbe und man den Leichnam zur Obduktion in die Gerichtsmedizin überführt hatte. Aber was bedeutet das schon…

Zwar behauptet der Artikel weiter, Barnaby Jack hätte sich keine Feinde gemacht, weil er immer zuerst die Hersteller informierte, aber ist dieses Argument wirklich überzeugend? Man versetze sich mal in die Lage eines Schrittmacherträgers, der erfahren würde, dass ihn jeder an irgendeiner Ecke mit einem kleinen Funkgerät, vielleicht sogar mit einer App auf seinem iPhon umbringen kann, ohne dabei auch nur die geringsten Spuren zu hinterlassen. Man stelle sich die Panikwelle unter den Schrittmacherträgern vor, immerhin 2,6% der über 75 jährigen in den USA. Man stelle sich vor wie sich Patienten entscheiden würden, wenn Ihnen Ärzte eine Schrittmacher anbieten würden. Man stelle sich die Aktienkurse vor. Und dann versetze man sich in die Lage derjenigen die solche Aktien besitzen. Erscheint es da wirklich plausibel, dass eine Vorabinformation vor Anfeindungen schützt?