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Volker Pispers geht FakeNews auf den Leim—Seine Kosten-Nutzenrechnung zu Kassenärzten

24.04.2017

In 2004 greift Volker Pispers die Kampfaussage der Politik gegen die Kassenärzte auf:

Jeder neu zugelassene Kassenarzt kostet die Krankenkassen 1Million D-Mark zusätzlich.

Wie kam diese Zahl zustande. Das erklärt Herr Pisper auch. In dem Zeitraum X gab es Y neu zugelassene Kassenärzte und die Ausgaben der Krankenkassen sind um den Betrag Z gestiegen. Also rechnet man einfach Z/Y = der Betrag, den ein neu zugelassener Kassenarzt mehr kostet.

Da hätte man genauso die Zahl der im Zeitraum X neu zugelassenen Autos nehmen können und mit der selben Formel ausrechnen können, wie die Zahl der neuen Autos die Krankenkassenausgaben in die Höhe getrieben haben, oder wie wär’s mit den Diäten der Politiker, auch die sind gestiegen, oder die Zahl der Rentner—oh nein, da wäre man ja doch der Wahrheit recht nahe gekommen.

Die wirklichen Ursachen für die gestiegenen Ausgaben der Krankenkassen sind Morbiditätsentwicklung, Innovation und Inflation. Darauf haben damals schon die Ärzte hingewiesen. Keiner hat diese kompetenten Stimmen gehört. Auch Herr Pisper nicht. Auch er hat sich die Ohren durch den medialen Lärm vertäuben lassen.

Die Morbditätsentwicklung geht parallel mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung und den immer besseren Möglichkeiten auch schwerkranke Menschen am Leben zu erhalten. Alte Menschen sind nun mal öfter und schwerer krank. Aber auch jüngere Leute, wenn sie einen schweren Unfall oder eine Tumortherapie überlebt haben oder wenn sie mit künstlichen Organen am Leben erhalten werden, sind natürlich viel krankheitsanfälliger.

Die Innovation ist ein weiterer gewaltiger kostentreibender Faktor. Ist es nicht ein zu begrüßender Fortschritt, dass so viele Behandlungen inzwischen möglich geworden sind? Keiner möchte doch wohl ernsthaft verlangen, dass man die Patienten weiter so behandelt, wie vor dem Zeitraum X, nur um die Kosten klein zu halten.

Der Kostenanstieg durch Inflation wird von Politikern regelmäßig ausgeblendet, denn dass ist ja jener Kostenfaktor, für den die Politik durch das Drucken neuer Geldscheine selbst verantwortlich ist. Das Gute daran ist durch die Inflation steigen natürlich auch die Gehälter, die Krankenkassenbeiträge und die Einnahmen der Krankenkassen. (Es ist jedoch an Impertinenz kaum zu überbieten, wenn die selbst verursachte Kostensteigerung den Opfern angelastet wird.)

Diese wirklichen kostentreibenden Faktoren konnten die Medien damals geschickt der Bevölkerung verschleiern indem man eine andere Erklärung anbot. Laut Volker Pisper geht diese auf Horst Seehofer zurück. Ärzte schaffen sich ihre eigenen Patienten.

Dieser Vorwurf, der so von Herrn Pisper 1:1 übernommen wurde entsetzt in 2-facher Hinsicht.
Zum ersten sieht sich Herr Pisper nicht in der Lage diese Äußerung einer Politikers kritisch zu analysieren, wofür er sich ja sonst geradezu auszeichnet. Zum zweiten beinhaltet diese Äußerung eine Verleumdung, die nach meiner Ansicht strafrechtlich relevant wäre. Patienten zu schädigen ist nicht nur eine Verletzung der Hippokratischen Eides sondern auch ein Verstoß gegen bestehende Gesetze. Wenn ein solcher Vorwurf erhoben wird sollte man es trefflich begründen können, oder besser unterlassen.

Also frage ich mich warum haben Herr Seehofer und Herr Pisper, wenn sie so überzeugt von der Richtigkeit dieser Aussage waren, keine Strafanzeige gestellt. Die Antwort lautet, sie waren gar nicht überzeugt. Sie waren vielmehr überzeugt, dass solche eine Strafanzeige ins Leere laufen würde. Nicht nur, dass sich Argumentation wie oben skizziert als haltlos erwiesen hätte, auch die Patienten hätten, eine solche Unterstellung vehement zurückgewiesen.

Nun 13 Jahre später können wir auf die mit dieser Propaganda eingeleitete Periode zurückblicken, und finden auch den empirischen Beweis, dass diese Aussage falsch war, und es zeigt sich zum wiederholten Male, dass sich Lügen, oder FakeNews, wie es jetzt heißt, selbst entlarven.

Wir haben in dieser Periode gelernt:
1. Die Zahl der Kassenärzte wurde durch politischen Druck nahezu konstant gehalten.
2. Die Ausgaben sind trotzdem weiter gestiegen.
3. Die Versorgung der Bevölkerung weist inzwischen mancherorts erhebliche Lücken auf. Patienten finden keinen Hausarzt oder Facharzt mehr in ihrer Nähe.

Das heißt aufgrund der og. weiter wirksamen kostentreibenden Faktoren hat sich bei nahezu konstanter Zahl der Kassenärzte trotz steigender Kosten die Versorgung verschlechtert.

Und noch etwas haben wir inzwischen gelernt. Wir wissen inzwischen, dass das Geld, was im Gesundheitswesen so knapp zu sein scheint, auf der anderen Seite großzügig für Finanz- und Militär- Industrie ausgegeben werden kann.

Nun hätte ich gern Herrn Seehofer und Herrn Pisper wegen Verbreitung von FakeNews zur Verantwortung gezogen. Warum geht das nicht?

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Das System frisst seine Ärzte

22.04.2017

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Die MMW stellt die Frage in den Raum, ob das Gesundheitssystem die Ärzte verschleißt. Gemeint ist Burnout (https://www.springermedizin.de/fuehlen-sie-sich-vom-burnout-bedroht-dann-sollten-sie-sich-diese/12225870). Eine Erkrankung, die auch bei Ärzten in zunehmendem Maße diagnostiziert wird.

Natürlich, die Antwort ist ein klares Ja. Das Gesundheitssystem hat auch nicht die Aufgabe Ärzte oder Patienten zu schützen, weshalb ich es auch auf diesen Seiten besser vom Gesundheitsunwesen spreche.

Es gab mal eine Zeit wo sich die Ärzte, Schwestern und Pfleger für Ihre Patienten aufopferten und dafür den gebührenden Lohn in Form gesellschaftlichen Ansehens bekamen. Sicher, auch damals sind Ärzte krank geworden, aber Burnout war bedeutend seltener, trotz bedeutend höherer Arbeitsbelastung.

Diese Periode war Anfang diese Jahrhunderts endgültig vorbei, als alle Medien in konzertanter Aktion auf die Im Gesundheitswesen tätigen einzuhacken. (Eine ähnliche konzertante Aktion erleben wir gegenwärtig von nicht ungefähr auch bei der Kriegshetze.) Der Grund, dass man lediglich an das Geld wollte was diese Menschen verdienen und für die Patienten ausgaben mag den wenigsten damals eingeleuchtet haben.

Sparen ist ein Begriff der so positiv besetzt ist, dass ihn keiner mehr zu hinterfragen wagt. Sparen macht aber nur einen Sinn wenn man weiß wofür man spart. Nun wo so viele Kriege in der Welt geführt werden und so viel Geld für Rüstung ausgegeben werden soll, wie noch nie , nun wissen wir wofür gespart werden sollte.

Also der Burnout der Ärzte ist von den Rüstungsprofiteuren einkalkuliert. Diese Ärzte sind halt auch nur Opfer der Krieges.

Die Alternativlosigkkeit der Gesundheitspolitik

18.08.2013

Einen sehr schönen Artikel über die Sinnlosigkeit von Petitionen in der Politik fand  ich hier (http://blog.durchblick-gesundheit.de/2013/08/05/ist-das-sachleistungsprinzip-am-ende-2/).  Ich finde das Engagement der Autorin Dr. med. Pamela Havekost bewundernswert. Dennoch halte ich es eher mit Larken  Rose der ein solches Engagement nicht nur  für sinnlos sondern eher sogar für  schädlich hält, weil es den gefährlichsten Aberglauben  überhaupt aufrecht erhält.

Man kann nicht gegen den Aberglauben an Hexen und  Gespenster vorgehen, indem man neue Möglichkeiten vorschlägt solche Kreaturen zu bekämpfen.

Die in dem erwähnten Blog geschilderten Tatsachen, dass Petitionen völlig ungehört verhallen und rücksichtslos Gesetze verabschiedet werden, die gegen die Verfassung verstoßen sind eigentlich Beweise genug für Larken Roses These,  dass der Glaube an eine fürsorglichen und wohlwollenden Staat nichts anderes als ein sorgfältig gezüchteter Aberglaube sind. Wer weitere Beispiele sucht wird sie leicht finden, sobald er oder sie die Augen dafür geöffnet hat.

Nötigung in der Manipulation öffentlicher Meinung

04.03.2013

Wenn mal wieder irgendwo gestreikt wird, findet sich bestimmt eine Reporter unserer staatlich rechtlichen Medien, der eine Umfrage unter den Betroffenen durchführt. In der Regel zeigen dann die Betroffenen mit einem Mikrofon vor der Nase und einer streng auf sie gerichteten Kamera ein breites Verständnis für die manchmal exorbitanten Gehaltsforderungen. Beim letzten Streik, der zu massiven Ausfällen von gebuchten Flügen in die Urlaubsgebiete führte, äußerte eine Betroffene fast entschuldigend, dass sie vielleicht nicht ganz so euphorisch wie die anderen den Streik begrüßen würde, weil schließlich sei dies der erste Urlaub mit ihrem Mann seit neun Jahren.

Diese Umfragen, obwohl als repräsentativ dargestellt, entbehren natürlich jeglicher statistischen Relevanz. Selbst wenn man wohlwollend annimmt, dass von den Redakteuren keine Auswahl der Antworten getroffen wurde, erlaubt eine Stichprobe von maximal 5 Befragten keinesfalls eine statistisch belastbare Aussage über die Meinung aller Betroffener.

Aber schlimmer noch. In einer Studie, konnten Peter DeScioli und Robert Kurzban zeigen, dass die Beurteilung anderer Menschen ganz stark davon abhängt, ob die getroffene Entscheidung öffentlich gemacht wird oder nicht. Ganz konkret gaben die beiden Forscher einer Kontrollgruppe die Aufgabe andere Menschen in ihrer Umgebung zu bewerten. Wenn sie diese Bewertung anonym vornehmen konnten, so kamen ganz unterschiedliche Bewertungen heraus, während in dem Falle, wo die Bewertung nicht anonym erfolgte, kaum Bewertungsunterschiede gemacht wurden. Offensichtlich hat der Mensch eine innewohnende Angst, es sich mit dem einen oder anderen zu verderben. Insofern ist die wohlwollende Beurteilung eines Streikes vor laufender Kamera nicht verwunderlich. Im Gegenteil man muss solche Befragungen schon als Nötigung betrachten, und die öffentliche Auswertung solcher Produkte der Nötigung ist Demagogie.

Warum erfolgt eigentlich keine Befragung von Patienten zu Ärztestreiks? Warum dagegen dürfen sich Befragte öffentlich zur Arztkorruption äußern?