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Solidarisches Gesundheitswesen – die Definition

10.10.2017

Dieser ansonsten sehr fundiert geschriebene Artikel in Rubikon beginnt mit einer Definition eines solidarischen Gesundheitswesens, die man so nicht stehen lassen kann.

eine Gesundheitsversorgung [ist] dann als „gerecht“ anzusehen, wenn sie allen Bürgern gleichen Zugang gewährleistet und für Diagnostik und Behandlung allein Art und Schwere der Krankheit entscheidend sind. Als „solidarisch“ kann sie nur dann qualifiziert werden, wenn jeder Bürger entsprechend seiner finanziellen Leistungsfähigkeit in die Krankenversicherung einzahlt und entsprechend seinem individuellen Bedarf medizinische Leistungen erhält.

Der Autor räumt selbst ein, dass heute diese Meinung nur noch selten geteilt wird. Warum?

Ganz einfach, diese Definition geht von inzwischen nicht mehr haltbaren Voraussetzungen aus.

  1. Alle beteiligen sich gleich eifrig an der Errichtung des gemeinsamen Wohlstandes, so dass die Leistungsfähigkeit des Einzelnen nur von seine individuell bestimmten Fähigkeiten abhängt. Diese Fähigkeiten können unter anderem durch Krankheit beeinträchtigt sein, doch zumindest auch dann ist der Wille vorhanden schnell wieder gesund zu werden und an der Schaffung des gemeinsamen Wohlstandes teilzunehmen.
  2. Alle Ressource sind für jeden in unbegrenztem Maße verfügbar.

Diese Voraussetzungen mögen in Deutschland (Ost wie West) vor etwa 50 Jahren so existiert haben, oder zumindest waren die Abweichungen vernachlässigbar, aber heute ist das anders.

Es ist heute nichts ungewöhnliches, dass sich ein großer Teil an Schmarotzer in dem solidarischen System breit gemacht hat. AUch sind die Möglichkeiten des Gesundheitswesens so immens gewachsen, dass gar nicht für jeden alles bereitgestellt werden kann.

Wenn wir also über diese so entstandenen Ungerechtigkeiten nachdenken so sollten wir nicht von einer Entsolidarisierung sondern eher von einer Entlausung oder besser Entparasitierung sprechen. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit der Desinfektion oder besser Isolation, indem sich diejenigen, die weiterhin einen entsprechenden Leistungswillen tragen sich zu Solidargemeinschaften zusammenschließen und dabei diejenigen draußen lassen, die nicht mitziehen wollen.

Das bedarf natürlich auch die Isolation von solchen Elementen, wie Versicherungen etc., die an der Verwaltung der Solidargemeinschaft schmarotzen. Schmarotzer können halt nicht nur diejenigen sein die Leistungen erhalten, sonder auch solche Elemente die Ressourcen weiterleiten und dabei für sich selbst eine Menge abzapfen.

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