Archive for the ‘Sicherheitspolitik’ Category

Werbung für die Bundeswehr

20.09.2017

Dass der Staat nun nach Wegfall der Wehrpflicht Berufssoldaten werben muss, ist sicher schon an einigen Orten aufgefallen. Besonders abartig finde ich jedoch diese Plakat:

Nicht nur dass es einen völlig falschen Eindruck vom Gesundheitswesen einer Armee vermittelt sondern es parodiert auch staatliche Gesundheitspolitik selbst.

„Hier hast Du Zeit für Patienten…“ Mag stimmen in Friedenszeiten. Wir wissen aber aus vielen Berichten, dass in Kriegen ein eklatanter Zeitmangel herrscht, dass viele Patienten regelrecht auch dem Schlachtfeld jämmerlich zugrunde gehen müssen, weil keiner für sie Zeit hat. Wir wissen auch um die hohe physische und psychische Belastung der Pfleger, die diese armseligen Opfern helfen wollen, es aber einfach nicht mehr schaffen. So ging man schon immer bei der Rekrutierung von Soldaten auf Dummenfang, die Versprechen mit denen man lockte, konnte und wollte man natürlich im Krieg nicht aufrechterhalten. Soldaten werden benötigt um sie im Krieg zu verheizen und nicht um sie mit viel Mühe und Zeit aufzupäppeln. Aber das nur am Rande.

Was mich an diesem Plakat vor allem aufregt ist die Tatsache, dass das Gesundheitswesen der Armee dem Gesundheitswesen der Zivilbevölkerung gegenübergestellt und dabei festgestellt wird, dass das Gesundheitswesen bei der Armee um vieles besser wäre. Nun ist es der selbe Staat, der sich für das eine, wie das andere Gesundheitswesen verantwortlich sieht, und er schämt sich nicht öffentlich zuzugeben, dass eine bessere gesundheitliche Versorgung für seine Armeeangehörigen als für seine Zivilbevölkerung vorhält.

Dass die Zivilbevölkerung im Unterschied zur Armee so schlecht versorgt ist, liegt natürlich nicht daran, dass man für Zivilisten viel weniger Geld ausgeben möchte, sondern dafür wird die Schuld den Ärzten in die Schuhe geschoben.

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Das System frisst seine Ärzte

22.04.2017

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Die MMW stellt die Frage in den Raum, ob das Gesundheitssystem die Ärzte verschleißt. Gemeint ist Burnout (https://www.springermedizin.de/fuehlen-sie-sich-vom-burnout-bedroht-dann-sollten-sie-sich-diese/12225870). Eine Erkrankung, die auch bei Ärzten in zunehmendem Maße diagnostiziert wird.

Natürlich, die Antwort ist ein klares Ja. Das Gesundheitssystem hat auch nicht die Aufgabe Ärzte oder Patienten zu schützen, weshalb ich es auch auf diesen Seiten besser vom Gesundheitsunwesen spreche.

Es gab mal eine Zeit wo sich die Ärzte, Schwestern und Pfleger für Ihre Patienten aufopferten und dafür den gebührenden Lohn in Form gesellschaftlichen Ansehens bekamen. Sicher, auch damals sind Ärzte krank geworden, aber Burnout war bedeutend seltener, trotz bedeutend höherer Arbeitsbelastung.

Diese Periode war Anfang diese Jahrhunderts endgültig vorbei, als alle Medien in konzertanter Aktion auf die Im Gesundheitswesen tätigen einzuhacken. (Eine ähnliche konzertante Aktion erleben wir gegenwärtig von nicht ungefähr auch bei der Kriegshetze.) Der Grund, dass man lediglich an das Geld wollte was diese Menschen verdienen und für die Patienten ausgaben mag den wenigsten damals eingeleuchtet haben.

Sparen ist ein Begriff der so positiv besetzt ist, dass ihn keiner mehr zu hinterfragen wagt. Sparen macht aber nur einen Sinn wenn man weiß wofür man spart. Nun wo so viele Kriege in der Welt geführt werden und so viel Geld für Rüstung ausgegeben werden soll, wie noch nie , nun wissen wir wofür gespart werden sollte.

Also der Burnout der Ärzte ist von den Rüstungsprofiteuren einkalkuliert. Diese Ärzte sind halt auch nur Opfer der Krieges.