Archive for the ‘Sozialpolitik’ Category

Razzia bei der AOK

18.11.2017

Eigentlich sollte es mich mit Schadenfreude erfüllen. So oft waren die Krankenkassen der treibende Keil für eine völlig unbegründete Arzthetze. Nun sind sie selbst einmal dran.

Nein, es geht nicht um Rache es geht um sachliche Diskussion.

Hier wird von den Medien eine genauso unsachliche Diskussion geführt wie im Falle der Arzthetze und das vor allem gilt es zu verurteilen. Da wird wie auch bei der Arzthetze ganz frech behauptet, der Betrug gehe zu Lasten der Beitragszahler. Das ist völlig falsch. Durch die Aufklärung eines solchen angeblichen Betrugs werden die Beitragszahler in keinem einzigen Cent von Ihren Beiträgen entlastet und das die Versorgung der Patienten drunter leiden würde, ließe sich auch nicht nachweisen. In diesem Falle, wie auch bei den sogenannten Betrugsversuchen der Ärzte und Krankenhäuser geht es lediglich um die Verteilung der Gelder zwischen den einzelnen Leistungserbringern. Das heißt sollte es tatsächlich ein Betrug sein und sollte er aufgeklärt werden, so ist allerhöchsten zu erwarten, dass einige der Leistungserbringer vielleicht etwas weniger und andere etwas mehr bekommen. Diese Unterschiede werden aber nach allgemeiner Erfahrung so gering sein, dass sie niemandem wirklich auffallen. In der Regel gehen sie unter in dem „allgemeinen Rauschen“. Die Vergütung im Gesundheitswesen ändert sich ohnehin laufend, durch die Schwankungen in den Einnahmen und die Kapriolen der Gesetzesänderungen der Politik.

Warum also all dieses Geschrei? Natürlich um abzulenken. Abzulenken von der Unmasse an Geldvergeudung durch Bankenrettungen und Kriege. Nicht nur dass durch diese Maßnahmen tatsächlich Geld, viel Geld verloren geht, welches für Sozialleistungen als auch das Gesundheitswesen eingesetzt werden könnte, nicht dass dadurch tatsächlich Patienten leiden denen besser geholfen werden könnte, schlimmer noch. Durch die Kriege kommen viele Menschen zu Schaden, die sich eigentlich auch ein glückliches Leben verdient hätten.

Der wahre Betrug in diesem Falle geschieht also in den Medien.

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Entlassungsrezepte durch den Krankenhausarzt – Wo ist das Problem?

27.09.2017

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Im Versorgungsstärkungsgesetz (Was für ein blumiger Name! Ich frage mich ob ich der Einzige bin, dem auffällt das die eupemistischen Namen der Gesetze immer mehr der Nazipropaganda ähneln. Aber das nur am Rande.) wurde festgelegt, dass Klinikärzte auch Rezepte ausstellen dürfen. Danach gab es große Diskussionen.

Die sogenannte Selbstverwaltungsebene (Auch so ein schöner Euphemismus der eine Interessenvertretung suggerieren soll.) sträubte sich dagegen. Angeblich würde den ambulanten Ärzten damit Arbeit weggenommen. Deshalb bestanden sie auch auf der Regelung, dass diese Rezepte nur die Kleinstmengen enthalten dürfen und innerhalb von 3 Wochen nach dem stationären Aufenthalt eingelöst werden müssen.

Was soll dieses ganze Theater? Sind die ambulanten Ärzte wirklich so darauf erpicht Rezepte auszustellen. Ich denke eher nicht, denn sie werden ja im Unterschied zu Krankenhausärzte für ihre Rezepte bestraft. Man könnte meinen, sie sollten eher froh sein, wenn die Krankenhausärzte ein wenig das Budget entlasten. Sind sie wahrscheinlich auch. Zumindest größtenteils. Was hier veranstaltet wird ist nur ein Schmierenkomödie für die Verblödung der Öffentlichkeit.

Es soll ein Konflikt zwischen Krankenhaus und ambulanten Ärzten heraufbeschworen werden, der so eigentlich gar nicht existiert und auch nicht existieren sollte. Im Interesse der umfassenden und reibungslosen Versorgung der Patienten sollte eine vernünftige Politik eher die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich eine enge Zusammenarbeit zwischen Klinik und Ambulanz entwickelt. Stattdessen werden die Lakaien der Politik in die Arena geschickt einen Konflikt vorzuspielen und anzuheizen, der alle kräftig entzweit. Frei nach dem universellen Prinzip der Machtausübung: Teile und Herrsche?

Das eigentliche Problem ist die politisch gewollte Umverteilung von Ressourcen aus dem Gesundheitswesen in solche Bereiche, wo höhere Profite gemacht werden können. Um davon abzulenken wird dieser Prozess von den professionellen Interessenvertretern der Ärzte als ein Konflikt bei der Ressourcenverteilung zwischen stationärem und ambulantem Bereich vorgestellt. Dazu bilden solche Scheingefechten wie um die Entlassungsrezepte einen willkommenen Anlass.

„Die Rosinenpickerei der Vertragsärzte ist nicht akzeptabel“

05.04.2017

behauptet ein Gesundheitsfunktionär, Georg Baum, seines Amtes DKG-Hauptgeschäftsführer. Der Hintergrund. Die Krankenhäuser fordern mehr Geld, weil die Rettungsstellen angeblich mit Bagatellfällen überlastet sind. Diese sogenannten Bagatellfälle finden sich nur deshalb in den Rettungsstellen ein, weil die Patienten bei den niedergelassenen Fach- und Hausärzten wegen deren Überlastung keinen Termin bekommen der zu lange warten müssen.

Erst einmal grundsätzlich ist anzumerken, dass Rosinenpickerei kein Merkmal einer freien Marktwirtschaft ist, sondern immer nur dort entstehen kann, wo der freie Markt durch administrative Maßnahmen des Staates außer Kraft gesetzt wurde. In einem Freien Markt würde sich der Preis nach Angebot und Nachfrage regeln. Eine große Nachfrage nach Behandlung dieser Bagatellfälle würde den Preis für deren Behandlung steigen und mehr Behandler würden es attraktiv genug finden auch diese zu behandeln. Das Problem würde sich innerhalb kürzester Zeit von ganz allein lösen, gäbe es nur einen freien Markt.

Es gibt aber keinen freien Markt im Gesundheitsunwesen. Der Staat hat strenge Regelungen für die Höhe der Vergütung eingeführt, nach denen werden sogenannten Bagatellfälle äußerst schlecht bezahlt. Das ist wohlgemerkt Absicht der staatlichen Regulierungsorgane. Diese könnten sehr wohl auch den Preis wie auf dem freien Mark kurzfristig anpassen. Aber genau das wollen sie nicht. Das wollen sie nicht damit gerade Rosinenpickerei möglich wird.

Um es also noch einmal ganz klar und eindeutig herauszustellen: Rosinenpickerei ist die klare und eindeutige Absicht staatlicher Regulation. Ein solches Verhalten dann einzelnen Berufsgruppen vorzuwerfen ist pure Heuchelei. Es ist ganz einfach der Versuch die staatlichen Regularien zur Rosinenpickerei auf eine kleine privilegierte Gruppe von Cronies zu begrenzen und andere auszugrenzen.

Das ganze könnte man sozusagen als administrative Rosinenpickerei bezeichnen, nämlich die Vergütung zu denjenigen Cronies zu leiten, von denen man sich den größten Nutzen in Form von Rückflüssen verspricht.

Die Alternativlosigkkeit der Gesundheitspolitik

18.08.2013

Einen sehr schönen Artikel über die Sinnlosigkeit von Petitionen in der Politik fand  ich hier (http://blog.durchblick-gesundheit.de/2013/08/05/ist-das-sachleistungsprinzip-am-ende-2/).  Ich finde das Engagement der Autorin Dr. med. Pamela Havekost bewundernswert. Dennoch halte ich es eher mit Larken  Rose der ein solches Engagement nicht nur  für sinnlos sondern eher sogar für  schädlich hält, weil es den gefährlichsten Aberglauben  überhaupt aufrecht erhält.

Man kann nicht gegen den Aberglauben an Hexen und  Gespenster vorgehen, indem man neue Möglichkeiten vorschlägt solche Kreaturen zu bekämpfen.

Die in dem erwähnten Blog geschilderten Tatsachen, dass Petitionen völlig ungehört verhallen und rücksichtslos Gesetze verabschiedet werden, die gegen die Verfassung verstoßen sind eigentlich Beweise genug für Larken Roses These,  dass der Glaube an eine fürsorglichen und wohlwollenden Staat nichts anderes als ein sorgfältig gezüchteter Aberglaube sind. Wer weitere Beispiele sucht wird sie leicht finden, sobald er oder sie die Augen dafür geöffnet hat.

Evidenzbasierte Blutzuckermessung

19.06.2013

Eine kürzliche in San Francisco vorgestellten Studie konnte zeigen, dass Blutzuckerselbstmessung langfristig die Diabeteseinstellung verbessert. Das wundert eigentlich niemand. Im Gegenteil, dass lässt sich für jeden schon mit simpelster Logik herleiten. Der gesunde Körper misst laufend den Blutzucker und passt entsprechend die Insulindosis an. Je näher man den Patienten mit künstlichen Mitteln an diesen gesunden Normalzustand bringt, desto besser. Dennoch in unserer von Irrationalität, man könnte auch sagen Dummheit, beherrschten Welt muss eine evidenzbasierte Studie her, die das auch wirklich belegt. Erst dann ist es den administrativen Stellen tatsächlich möglich auch die Kosten zu bezahlen.

Wem es tatsächlich logisch erscheint, dass man einen medizinisch völlig plausiblen Sachverhalt evidenzbasiert nachweisen muss, bevor man ihm Gesetzeskraft verleiht, der wir mir bestimmt auch erklären können, warum es auf der anderen Seite keine evidenzbasierte Studie dazu gibt, dass die Blutzuckereinstellung bei denjenigen Patienten und Praxen am besten läuft, wo die Messgeräte entsprechend den gesetzlichen Vorgaben zB. regelmäßig in einem Ringversuch geprüft werden. Plausibel ist das nicht, denn der Diabetiker benötigt nur eine ungefähre Vorstellung, ob sein Blutzucker hoch oder niedrig ist um entsprechend zu reagieren. Ein paar Prozent Abweichung nach oben oder unten spielt da kaum eine Rolle.  Aber Logik zählt wie immer in der Politik nicht und evidenzbasierte Medizin in solchen Fällen offensichtlich auch nicht. Also Willkür?

Ich erinnere mich an eine Diabetes-Fortbildung, wo uns so ein dicker Laborarzt, anhand schöner Kurven erklärte wie schrecklich doch nach einiger Zeit die Messwerte von Blutzuckermessgeräten von dem tatsächlichen Laborwert abweichen. Diese Untersuchungen mögen durchaus stimmen, nur den Beweis, dass sich dies auch auf die Diabetesbehandlung oder besser noch auf das Überleben und die Lebensqualität der Patienten auswirkt, diesen Beweis blieb uns der Kollege Laborarzt schuldig. Mit diesen Diagrammen tourten die Laborärzte durchs Land und überzeugten die regulationsversessenen Politiker. Es wurde strenge Regeln der Qualitätskontrolle eingeführt.

Sicher es ging um viel Geld. Die Laborärzte konnten über diesen Hebel die Laborleistungen monopolisieren. Ich kenne mindestens zwei Kollegen, die sicherlich ein ausgezeichnetes Labor betrieben hatten, aber denen die Laborärzte mit solcher staatlichen Macht das Labor kaput machen konnten.

Daran musste ich denken als nun ein Schreiben unseres Labors auf meinen Tisch flatterte in dem die Laborärzte um Solidarität und Unterstützung baten. Hier kann ich nur das wiederholen, was ich schon bei der Transplantation bemerkt habe. In einer autokrativen Gesellschaft entsolidarisieren sich die Mitglieder. Weil sie größere Vorteile darin sehen sich bei der Administration einzuschmeicheln, werden die Partner und Kollegen vergessen oder sogar mit den Ellenbogen ausmanövriert. Genau das haben die Laborkollegen nämlich seit Jahren getan. Die Einsicht, dass sie vielleicht doch auch ihre Kollegen brauchen könnten, kommt zu spät.

Ärztetag verabschieded Entschluss zur Korruption

30.05.2013

In derm Entschluss heißt es ua.

Der 116. Deutsche Ärztetag in Hannover fordert die Bundesregierung auf, keinen generellen Korruptionsstraftatbestand ausschließlich für Ärzte zu schaffen. Sollten strafrechtliche Regelungen eingeführt werden, müssen diese für alle Beteiligten im Gesundheitswesen gleichermaßen gelten, also auch für die Hersteller von Arzneimitteln und Medizinprodukten sowie für Krankenkassenvertreter.

Und was ist mit Gesundheitspolitikern? Die Abgeordneten in den Gesundheitsausschüssen (wie der Herr mit der Fliege zB.), die Mitarbeiter in den Gesundheits- und Sozialministerien, und nicht zu vergessen die KV-Funktionäre, und was ist mit dem Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA). Da ist doch die wirkliche Musik drin.

Es gibt doch kaum noch einen Beschluss des GBA, der nicht erkennen lässt, dass sich nur wieder  irgendwelche Partikularinteressen durchgesetzt haben.

Rückgang der Bereitschaft zur Organspende

25.05.2013

Nun ist nach einer neusten Studie auch in den USA ein Rückgang der Spendenbereitschaft zu verzeichnen. Die USA waren bislang ein Musterland was die Spendenbereitschaft betraf. Sie hatte ja auch das freieste Gesundheitswesen und die freieste Gesellschaft. Nun ist, Obama sei dank, auch das amerikanische Gesundheitswesen auf dem besten Wege sozialisiert zu werden und als Auswirkung dessen geht wie in allen anderen Ländern mit staatlich reguliertem Gesundheitswesen die Solidarität der Menschen untereinander zurück.

Der Zusammenhang mag logisch nicht offensichtlich erscheinen, weil Sozialpolitiker aller couleur sich die größte Mühe geben ihre Interventionen als gerade eine Durchsetzung der Solidarität zu verschleiern. Aber es ist doch wohl logisch, dass in einem freien System, in welchem die Menschen nach ihren Leistungen bewertet werden, die Bereitschaft solche Leistungen für andere zu erbringen steigt. Das trifft nicht nur für materielle sondern natürlich auch ganz speziell für emotionale, partnerschaftliche Leistungen zu.

In einem staatlich dominierten System dagegen kann von einer partnerschaftlichen Leistung kaum eine entsprechende Gegenleistung erwartet werden. Während in einer freien Gesellschaft sich die Menschen an den Mitmenschen in ihrer unmittelbaren Umgebung orientieren ist es bei staatlich dominierten Systemen eben nur der Staat bei dem sich eine Anbiederung bezahlt macht. Mit anderen Worten in Diktaturen zahlt es sich eher aus seinen Nachbarn wegen Steuerhinterziehung anzuzeigen, als ihm eine Niere zu spenden.

Traurig aber wahr. Den Gipfel dessen was staatliche Einmischung für die Betroffenen selbst für Nachteile bietet, hat der in Deutschland kürzlich viel diskutierte angebliche „Transplanationsskandal“ bewirkt. Die staatlichen Stellen haben mit ihrer Einmischung nichts weiter erreicht als dass die Transplantationsbereitschaft weiter erheblich gefallen ist. Vielen Patienten wurde damit ganz klar geschadet.

Neuerjahrsansprache soll Frau Merkel

02.01.2013

In der Neuerjahrsansprache soll Frau Merkel gesagt haben (Entschuldigung, aber ich habe mir das Gesabber nicht selbst angetan), dass die Märkte noch stärker kontrolliert werden müssen.

Richtig da haben sie gut im Staatsbürgerkundeunterricht aufgepasst, Frau Merkel. Genau so haben wir damals den Marxismus eingetrichtert bekommen. Nur haben ich im Unterschied zu Ihnen inzwischen etwas dazugelernt, nämlich, dass der Sozialismus nicht funktioniert. Schade ich dachte Sie hätten das auch begriffen. Oder soll ich Ihre Äußerung als einsetzende Alzheimer-Demenz verstehen, bei der das Kurzzeitgedächtnis langsam nachlässt, während das Langzeitgedächtnis länger erhalten bleibt.

Eigentum ist eine Illusion

23.09.2012

Zu diesem Blogeintrag nach langer Pause wurde ich letztlich durch eine lange Diskussion über geistiges Eigentum angeregt. Die beiden Kontrahenten @ Plaethe, @Hentrich verfangen sich dabei immer wieder in eignen Widersprüchen. Weshalb sich ihre Diskussionen im Kreis drehen, ist ganz einfach deshalb, weil sie beide nicht verstehen (wollen), dass es überhaupt kein Privateigentum gibt, weder materielles noch intellektuelles. Alles Eigentum gehört dem Staat, egal unter welchem politischen System. Der Staat räumt seinen Bürgern gewisse Rechte ein. Aber nur so viel, nur so weit und nur so lange, wie er daraus einen Nutzen für sich selbst ziehen kann.

Das heißt zum Beispiel:

  1. Der Staat hilft bestimmten Bürgern Grund und Boden gegen Interessen anderer Bürger zu verteidigen, wenn der Staat dafür im Gegenzug Steuern und Abgaben kassieren kann. Endlose Streitigkeiten zwischen Nachbarn würden die Produktion paralysieren.
  2. Der Staat verhilft seinen Bürgern auch zur Illusion eines geistigen Eigentums, wenn er damit nicht nur durch die Registrierung der Patent- und Markenrechte, und bei der Vermarktung derselben sondern auch bei den sich daraus ergebenen Rechtsstreitigkeiten heftig mit verdienen kann.

Dass all dieses Eigentum nur eine Illusion ist, die sofort zerplatzt, wenn der Staat eigene dem Bürger gegenläufige Interessen anmeldet, kann man in jedem System sehen. So können Sie auf ihrem eigenen Grundstück Bodenschätze oder archäologische Funde vergessen. Gehört ihnen nicht, selbst wenn Ihrer Familie das Grundstück schon seit Generationen gehört und mit großer Wahrscheinlichkeit der Goldtopf von ihren Vorfahren vergraben wurde. Ja sie können selbst Ihr ganzes Grundstück vergessen, wenn der Staat an die darunter lagernden Bodenschätze herankommen will oder wenn eine Straße durch das Gelände gelegt werden soll. (Siehe hierzu auch die Einleitung zum ersten Vortrag auf der selben Website http://liberalesinstitut.wordpress.com/2011/12/10/wem-gehort-der-brokkoli/)

Die Illusion des geistigen Eigentums zerplatzt noch viel schneller. Wenn ein Staat keinen Nutzen für sich darin sieht oder im Gegenteil gar einen Vorteil für sich selbst ausmachen kann, lässt er den Diebstahl an dem sogenannten geistigen Eigentum bereitwillig gewähren. In Kriegszeiten setzt sogar der Staat selbst automatisch alle Patente, die die Kosten für Rüstungsgüter erhöhen könnten außer Kraft. Betätigt sich also selbst als Dieb.

Im Deutschen Gesundheitswesen ist in den letzten 20 Jahren eine systematische Enteignung der niedergelassenen Ärzte vorgenommen worden. Mit publizistischem Sperrfeuer, was teilweise schon sehr an Kriegshetze erinnerte, wurde den Arztpraxen die wirtschaftliche Freiheit genommen und stattdessen festgelegt, welcher Umsatz gemacht werden darf. Als dann dieser staatlich gestattete Umsatz immer weiter abgesenkt wurde, verloren natürlich die Praxen an Wiederverkaufswert, das heißt der Goodwill wurde enteignet. Für die Ärzte stellte die Investition in ihre Praxis eine wichtige Altersrücklage dar. Aus den Milliarden dieser Altersrücklagen also wurde in den letzten 20 Jahren das Deutsche Sozialsystem finanziert.

Das augenblickliche Krise des Gesundheitswesens beruht einzig und allein darauf, dass diese Reserve, bis auf einige wenige Einzelposten nahezu ausgeschöpft ist. Arztpraxen insbesondere in ländlichen Regionen lassen sich nicht mehr verkaufen, das heißt der Praxiswert ist bei null. In einigen Regionen findet sich nicht einmal ein Nachfolger für eine Praxis, wenn mit einer finanziellen Startspritze geworben wird. Das heißt, dort ist der Praxiswert bereits weit unter null gefallen.

Wie, so frage ich mich, soll man über den Schutz geistigen Eigentums diskutieren, wenn der Staat der es schützen könnte, anstandslos sogar materielles Eigentum konfisziert?